Diakonisches Jahr

Die freiwillige soziale Arbeit im Diakonischen Jahr kann wertvolle Impulse und Erfahrungen für die persönliche Entwicklung und berufliche Orientierung liefern. Freude am Umgang mit Menschen, Offenheit für neue Herausforderungen und Erfahrungen werden vorausgesetzt, um ein Diakonisches Jahr zu absolvieren. Die als Freiwilliges Soziales Jahr anerkannte Zeit des "Bundes Freier evangelischer Gemeinden" ist eine Chance, sich selbst als wertvolles und verantwortungsvolles Mitglied unserer Gesellschaft und als Helfer im sozialen und christlichen Dienst zu erleben. Das Miteinander und den Teamgeist zu erleben und sich ein Stück weit zu entdecken, ist einer der wichtigen Möglichkeiten eines Freiwilligen Sozialen Jahres.

Da der Dienst im Diakonischen Jahr weder eine Berufsausbildung noch eine Arbeit mit Erwerbsabsicht ist, ist diese Zeit besonders wertvoll zum Erkennen der eigenen Fähigkeiten, Grenzen und Vorlieben. Die eigene Motivation, freiwillig für andere Menschen Zeit und Einsatz aufzubringen, stärkt das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Verantwortung für sich selbst und andere. Der Austausch mit anderen Freiwilligen ermöglicht die Reflexion der Erfahrungen und sorgt für gegenseitige Unterstützung. Die Einsatzstätten für die Arbeit als soziale Helfer können zum Beispiel Krankenhäuser, Seniorenheime, Kindertagesstätten- und Heime sein, aber auch in kulturellen Einrichtungen und Sportvereinen. Die Jugendarbeit ist ein beliebtes Sprungbrett für spätere Sozialarbeiter und Pädagogen.

Ablauf eines Diakonischen Jahres

Ein Jahr in einem Seniorenzentrum, in einem Erholungsheim für kranke Menschen oder mit Kindern arbeiten? In den sechs bis 18 Monaten des Diakonischen Jahres können junge Menschen bis zur Vollendung ihres 27. Lebensjahres ihr soziales und christliches Leben neu definieren. Als Vollzeitkräfte sind sie mit allen Aufgaben betraut, die zu ihrer Einsatzstätte gehören. Doch sie müssen nicht alles auf einmal und allein wissen. Sie werden durch pädagogische Kräfte betreut und beraten. 25 Tage im Jahr dienen zu ihrer Weiterbildung in Seminaren, die mit weiteren Freiwilligen aus anderen Einrichtungen abgehalten werden. Dadurch wird der Austausch mit anderen jungen Menschen gefördert und das Hintergrundwissen der Aufgaben erweitert.

Diakonisches Jahr im Ausland

Das Diakonische Jahr kann auch im Ausland absolviert werden und bietet so die Möglichkeit, andere soziale und christliche Strukturen und Traditionen zu entdecken. Eine Fremdsprache anwenden und vertiefend lernen zu können, ist dabei nur ein nützlicher Aspekt. Wie lebt es sich in einer anderen Kultur? Welche Bedürfnisse und Nöte haben die Menschen dort und wie kann geholfen werden? All diesen Fragen können die Absolventen in fast zwanzig Ländern in Europa und Übersee auf den Grund gehen: Von Argentinien bis Kamerun, von Belgien bis Ungarn, Frankreich oder die USA - überall werden motivierte, freiwillige Helfer gebraucht.

Um die Sprachhürden zu nehmen, werden in der Regel zu Beginn des Einsatzes Sprachkurse angeboten. Natürlich sollten zumindest Grundkenntnisse in den jeweiligen Sprachen vorhanden sein. Zu beachten ist, dass das Diakonische Jahr im Ausland rechtlich nicht ganz gleich gestellt ist mit den Einsätzen im Inland. So besteht zum Beispiel nicht in jedem Fall ein Recht auf Kindergeld. Auch ist der Einsatz im Ausland mit höheren Ausgaben verbunden, da teilweise Reisekosten, Impfungen und Visa-Kosten hinzukommen. Die Details können für die einzelnen Einsatzstellen mit den zuständigen Stellen besprochen werden.

Einsatzbereiche im Diakonischen Jahr

Die Einsatzbereiche der sozialen Arbeit sind überaus vielseitig. Da sind der pflegerische Bereich, der hauswirtschaftliche, die Betreuung von Kindern, alten Menschen und/ oder Behinderten sowie die Einsatzstellen, welche mehrere dieser Tätigkeiten in sich vereinen. Im Ausland kann das Diakonische Jahr auch in Organisationen wie "Brot für die Welt" führen.

Viele Projekte für Menschenrechte, für Obdachlose und für die Gesundheit bestimmter Menschen werden durch den Einsatz freiwilliger Helfer erst ermöglicht. Darüber hinaus ist auch die Mitgestaltung der vielfältigen Arbeit in den Kirchengemeinden eine lohnenswerte Aufgabe. Wer zum Beispiel in den Dienst der Kirche treten will, kann sich in dieser Zeit des freiwilligen sozialen Engagements einen Überblick über die komplexen Zusammenhänge und Projekte im Gemeindeleben verschaffen.

Rahmenbedingungen für das Diakonische Jahr

Egal welche Stelle ausgewählt wird, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind für das Inland immer die gleichen. Die Vergütung für die Arbeit im Diakonischen Jahr beträgt, wie für jeden anderen FSJ-ler auch, 165 Euro sowie Sozialleistungen, außerdem besteht Anspruch auf Kindergeld. Unterkunft und Verpflegung werden von der Arbeitsstelle zur Verfügung gestellt. Außer den 25 Seminartagen werden 26 Tage Urlaub gewährt. Diese Zeiten beziehen sich auf einen Einsatz von 12 Monaten und werden bei abweichenden Absprachen entsprechend angepasst.

Die pädagogische Betreuung vor Ort ist ein wichtiger Teil des Diakonischen Jahres, ebenso wie die individuelle Betreuung und die Möglichkeit, das Praxisfeld und die Tätigkeit zu reflektieren. Die Arbeit in den meisten Einsatzstellen ist an einem oder mehreren Lernzielen orientiert. Das heißt, dass sich die Seminare und die Tätigkeit selbst in etwa ergänzen und den Freiwilligen eine Entwicklungschance ermöglichen. Die 25 Seminartage gliedern sich in vier Blöcken auf, die gleichmäßig über das Diakonische Jahr hinweg verteilt werden.

Anrechnung des Diakonischen Jahres

Das Diakonische Jahr wird auf die Wartezeit auf einen Studienplatz sowie als Praxisjahr für zum Beispiel die Fachhochschulreife angerechnet. Anerkannte Wehrdienstverweigerer können das Diakonische Jahr statt eines Zivildienstes absolvieren, so lange sie das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Diakonische Jahr muss dann 12 Monate dauern. Wenn diese Zeit nicht eingehalten und das Jahr vorzeitig abgebrochen wird, werden die fehlenden Monate wieder als Zivildienst abgeleistet. Gegenüber dem Zivildienst bietet das Diakonische Jahr viele Vorteile. Zum einen sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältiger, da der Zivildienst meist auf Betreuung und Pflege beschränkt ist. Darüber hinaus gibt es das bereits erwähnte Taschengeld und die Möglichkeit, durch die Betreuung und Seminare Hintergrundwissen zu erwerben. Somit werden die Monate des Dienstes an der Gesellschaft nicht einfach zur Pflichtveranstaltung, sondern tragen zur Weiterbildung bei und bereiten vielleicht schon auf die Berufslaufbahn vor.



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