Freiwilliges Ökologisches Jahr

Ein Jahr im Dienst der Natur, der Umwelt und der Nachhaltigkeit? Das Freiwillige Ökologische Jahr bietet genau das. Junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren erhalten so die Chance, auf freiwilliger Basis einen wichtigen Beitrag für ihre Mitwelt zu leisten. Mitmachen darf jeder und jede, die oder der die Vollschulzeit abgeleistet und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das Bildungs- und Orientierungsjahr im Rahmen der Jugendfreiwilligendienste hat in etwa denselben Status wie das Freiwillige Soziale Jahr.

Das Freiwillige Ökologische Jahr ist eine Orientierungszeit mit freiwilligem Dienst für die Natur und unsere Umwelt - eine lohnenswerte Aufgabe. Andererseits stellt diese Zeit auch eine wertvolle Herausforderung an die persönliche Motivation dar. Ein Vollzeiteinsatz in grünen Bereichen erfordert mehr als guten Willen. Einsatzfreude und Durchhaltevermögen sind ebenso wichtig wie Verständnis für die natürlichen Zusammenhänge und eine Menge Geduld. Die eigenen Vorstellungen von der Arbeit im grünen Bereich können überprüft werden.

Organisatorisches zum Freiwilligen Ökologischen Jahr

Auch die 25 Seminartage innerhalb des Freiwilligen Ökologischen Jahres orientieren sich am Freiwilligen Sozialen Jahr. Die fünf Seminarblöcke werden genutzt, um den Absolventen die Grundlagen der ökologischen Zusammenhänge nahe zu bringen. Themen sind dabei Ökosysteme, Nachhaltigkeit und die Globalisierung. Wer eine Berufslaufbahn in den so genannten grünen Berufen anstrebt, findet mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr also eine optimale Vorbereitungsphase. Doch auch der Austausch mit den anderen Freiwilligen ist ein erheblicher Aspekt dieser Seminarzeit. Außerhalb der Arbeit, eingebunden in die Gemeinschaft ähnlich denkender junger Menschen, werden die Kenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert.

Anders als beim Freiwilligen Sozialen Jahr sieht es mit der Vergütung aus. Die ist nicht bundesweit einheitlich geregelt und variiert daher von Bundesland zu Bundesland. Während beim Freiwilligen Sozialen Jahr immer 165 Euro gezahlt werden, gibt es zum Beispiel im Rheinland für FÖJ-ler 154 Euro im Monat; in Baden-Württemberg dagegen werden 180 Euro gezahlt. Die Sozialversicherungen werden ebenfalls bezahlt und es gibt je nach Einsatzort und Vereinbarung Kostgeld und Mietzuschuss.

Die 26 Urlaubstage im Freiwilligen Ökologischen Jahr orientieren sich ebenfalls am Freiwilligen Sozialen Jahr. Das FÖJ startet jeweils zum 1. September und endet am 31. August, zumindest in Baden-Württemberg. Die Zeiten orientieren sich an den Ferienzeiten der Bundesländer. Bewerber sollten sich so früh wie möglich im Jahr die Stellenangebote ansehen, damit sie das finden, was ihren Erwartungen am ehesten entspricht.

Die Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahres sind entweder gemeinnützige Jugendorganisationen oder Umweltschutzverbände. Diese staatlich anerkannten Träger stellen die Einsatzorte zur Verfügung und verwalten die staatlichen Gelder.

Aufgaben im Freiwilligen Ökologischen Jahr

Was genau erwartet nun einen Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahres? Die Aufgabenbereiche sind sehr unterschiedlich und breit gefächert: Zum einen ist da der praktische Arten- und Biotopschutz, der es erfordert, Biotope, also zum Beispiel Gewässer, Streuobstwiesen, Wäldchen und Hecken zu pflegen oder anzulegen. Die Mitarbeit in der ökologischen Land- und Forstwirtschaft, bei der kommunalen Landschaftspflege und in gärtnerischen Aufgabenfeldern gehören zu weiteren Einsatzgebieten. Aber auch administrative Aufgaben und Schreibtischtätigkeiten gehören dazu, etwa für die Öffentlichkeitsarbeit in Umwelt- und Naturschutzzentren.

Ein weiteres Feld ist die Verwaltungstätigkeit. Auch die Arbeit für Naturschutzverbände und Umweltorganisationen kann ein interessantes Gebiet sein, und natürlich gehört auch der technische Umweltschutz dazu. Dieser beinhaltet Themen wie erneuerbare Energien und den betrieblichen Umweltschutz. Ebenso ist die angewandte Umweltforschung ein weiteres Teilgebiet. All das sind spannende Gebiete, die einen Einblick in die Zusammenhänge unserer natürlichen und ökologischen Gegebenheiten ermöglichen.

Freiwilliges Ökologisches Jahr für Wehrdienstverweigerer

Wehrdienstverweigerer können sich seit dem Jahr 2002 für das Freiwillige Ökologische Jahr melden, so lange sie das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sobald ihre Wehrdienstverweigerung anerkannt ist, können sie sich an einen der Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahres wenden, und sich einen Platz suchen. Allerdings wird das "Zivi-FÖJ" nicht von allen Trägern angeboten. Deshalb sollten Wehrdienstverweigerer sich sobald wie möglich auf die Suche nach einer Stelle machen und bei ihrer Bewerbung angeben, dass sie diesen Dienst als Ersatz ihres Zivildienstes leisten wollen. Bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen wird das Freiwillige Ökologische Jahr als Wartesemester angerechnet.



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