Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege

Meist denkt man bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr an einen Einsatz im medizinischen Bereich, wie in einem Krankenhaus oder einem Altersheim. Weniger bekannt dagegen ist, dass das Freiwillige Soziale Jahr auch in der Denkmalpflege und in der Gartendenkmalpflege geleistet werden kann. Dazu sind kein besonderer Schulabschluss und keine Vorkenntnisse oder eine Ausbildung erforderlich. Es sollte nur Interesse daran bestehen, im Bereich der Denkmalpflege tätig zu werden. Man sollte aber beachten, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege (FJD) nicht mit einer Berufsausbildung gleichzusetzen ist.

Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene, die handwerklich oder kulturell interessiert sind, bietet sich ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege an. Der Einsatz findet hauptsächlich in verschiedenen Handwerksbetrieben, Baubetrieben, Restaurierungswerkstätten, Planungsbüros, Museen, denkmalpflegeorientierten Vereinen, Denkmalpflegebehörden, kulturellen Einrichtungen, der Bodendenkmalpflege oder in einem Architekturbüro in verschiedenen deutschen Bundesländern und teilweise auch in Polen statt.

Organisatorisches zum Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege

Wie jedes Freiwillige Soziale Jahr beginnt das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege immer am 1. September eines Jahres und endet am 31. August des folgendes Jahres. Die Teilnehmer werden durch den Verein Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e.V. in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) betreut. Bei diesem Verein kann sich ein interessierter Jugendlicher auch für das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege anmelden.

Während des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege erhalten die Teilnehmer ein monatliches Taschengeld (zurzeit in der Regel 180 Euro) und Verpflegung bzw. Geld, um sich selbst zu verpflegen. In einzelnen Fällen kann auch ein Zuschuss für eine auswärtige Unterkunft gewährt werden. Außerdem werden für die Teilnehmer die kompletten Beiträge zur Sozialversicherung, also Kranken- und Pflegeversicherung, übernommen, das heißt sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberanteil. Die Zeit des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege wird auch für die Altervorsorge angerechnet, ferner besteht weiterhin Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge, sofern die Voraussetzungen hierfür gegeben sind. In der Regel erhalten die Teilnehmer an einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege 26 Tage Urlaub.

Aufgaben und Einsatzbereiche im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege

In einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten in Theorie und Praxis im Bereich Denkmalpflege anzueignen. Sie können sich mit dem kulturellen Erbe beschäftigen, historische Bauten und ihre Bauweise kennen lernen und verschiedene Handwerkstechniken erfahren. Es gibt dem Jugendlichen die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, das Arbeitsleben zu erleben, Kontakte zu knüpfen, neue Menschen kennen zu lernen und sich sozial zu engagieren. All dies sind die Aufgaben der Jugendbauhütten, die sich die Denkmalpflege zum Ziel gesetzt haben.

Der Einsatz während des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege erfolgt an verschiedenen Einsatzstellen. Diese Einsatzstellen, wie zum Beispiel ein Museum, ein Handwerksbetrieb, bei einem Architekten oder ähnlichem, werden von den Leitern der einzelnen Jugendbauhütten geprüft. Die Jugendbauhüttenleiter entscheiden dann auch anhand der vorliegenden Bewerbungen, welcher Bewerber am besten zu welcher Einsatzstelle passt.

Während der Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege finden auch verschiedene Fortbildungsmaßnahmen statt. Hierfür ist der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd) zuständig, der die pädagogische Betreuung übernimmt. Zu den Fortbildungsmaßnahmen zählen ein Einführungsseminar, fünf Fachseminare mit verschiedenen Inhalten sowie ein Abschlussseminar. Meist dauert jedes Seminar eine Woche, die Teilnahme an den Seminartagen ist Pflicht und gilt als Arbeitszeit, dafür entstehen den Teilnehmern keine Kosten für diese Seminare. Während dieser Fortbildungen werden beispielsweise Themen wie Geschichte des Denkmalschutzes und seine Aufgaben, verschiedene Arbeitsmethoden und Handwerkstechniken, Materialkunde, unterschiedliche Stilrichtungen, Denkmalpflege oder Bauphysik behandelt, oder es werden auch thematisch passende Exkursionen unternommen.

Anrechnung des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege kann außerdem bei der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) als Wartesemester angerecht werden und anerkannte Kriegsdienstverweigerer können sich durch die Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege vom Ersatzdienst befreien lassen. In Einzelfällen kann nach entsprechender Prüfung die Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege auch auf eine handwerkliche Ausbildung angerechnet werden, dies ist aber immer eine Einzelfallentscheidung. Dafür wird das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege aber von vielen Handwerksbetrieben und Fachhochschulen als Praktikum anerkannt. Wenn man Wert auf die Anerkennung als Praktikum legt, sollte man dies vor Beginn des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege allerdings prüfen lassen, um später keine unliebsame Überraschung zu erleben.



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