Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland

Beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) handelt es sich um einen Freiwilligendienst für junge Leute. Das Freiwillige Soziale Jahr kann nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland absolviert werden, wobei es einige Unterschiede bezüglich der gesetzlichen Vorschriften gibt. Rechtliche Grundlage für das Freiwillige Soziale Jahr ist seit 2008 das Jugendfreiwilligendienstgesetz. Das Freiwillige Soziale Jahr bietet die Möglichkeit, die eigene Eignung für soziale Berufe zu testen, und das Erlernen bzw. Festigen der fremden Sprache ist ein positiver Nebeneffekt. Den Interessenten sollte aber bewusst sein, dass ein Auslandseinsatz im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres hohe Ansprüche an den Teilnehmer stellt und auch Mut erfordert.

Die Teilnehmer arbeiten in der Regel ein Jahr lang in sozialen Einrichtungen und erhalten dabei keinen normalen Lohn, sondern ein Taschengeld. Eine zentrale FSJ-Vermittlungsstelle gibt es nicht. Die Einsätze werden von verschiedenen Trägern organisiert und pädagogisch betreut. Aber nicht alle FSJ-Träger vermitteln Auslandseinsätze; einige dagegen sind auch auf bestimmte Länder spezialisiert.

Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten Interessenten beachten, dass es neben dem Freiwillige Soziale Jahr noch weitere Programme für Freiwilligendienste im Ausland gibt, zum Beispiel "Weltwärts" oder den "Europäischen Freiwilligendienst für Jugendliche". Die Trägerorganisationen vermitteln mitunter mehrere Typen von Freiwilligendiensten, für die wiederum verschiedene Regelungen gelten. Übrigens wird ein Freiwilliges Soziales Jahr für das Kindergeld als Ausbildungszeit anerkannt. Auch auf die Wartezeit auf einen Studienplatz wird das Freiwillige Soziale Jahr angerechnet.

Organisatorisches zum Freiwilligen Sozialen Jahr im Ausland

Neben den persönlichen sind auch einige formelle Voraussetzungen zu beachten. Für ein Freiwilliges Soziales Jahr ist grundsätzlich jeder geeignet, der die Schulpflicht erfüllt hat und nicht älter als 26 Jahre ist. Ein Schulabschluss ist dabei nicht unbedingt Voraussetzung. Für einen Einsatz im Ausland sollten die Teilnehmer allerdings mindestens 18 Jahre alt sein. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist nicht zwingend erforderlich. Die Trägerorganisation, welche die FSJ-Stelle vermittelt, muss ihren Sitz in Deutschland haben und zugelassen sein. Eine Übersicht über zugelassene Trägerorganisationen findet man auf der Website des BMFSFJ. Falls ein Sprachkurs notwendig ist, muss dieser noch vor Beginn des Einsatzes durchgeführt werden. Die Bewerbung sollte rechtzeitig erfolgen, wobei zu beachten ist, dass das Bewerbungsverfahren bei jedem Träger anders abläuft und dass der Bewerbungsschluss mitunter 15 Monate vor dem geplanten Einsatz liegt.

Das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland beginnt meist am 1. September, Abweichungen sind allerdings möglich. Seit Mai 2010 beträgt die Höchstdauer eines Auslandseinsatzes 18 Monate. Eine Dauer von 12 Monaten ist jedoch die Regel. Vor der Abreise wird in Deutschland ein mindestens vierwöchiges Seminar durchgeführt und nach Abschluss ein einwöchiges Seminar zur Nachbereitung. Falls ein Zwischenseminar im Ausland durchgeführt wird, welches höchstens zwei Wochen dauern darf, können die Vor- und Nachbereitungsseminare entsprechend abgekürzt werden. Die Teilnahme an den Seminaren ist Pflicht, da diese als Dienstzeit gelten.

Während des Auslandseinsatzes wird der Teilnehmer durch eine Fachkraft eingearbeitet und betreut. Die Trägerorganisation ist dafür verantwortlich, dass jeder Teilnehmer einen Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme hat. Auch für Unterkunft, Verpflegung und die Zahlung des Taschengeldes sorgt der Träger. Die Höhe des Taschengeldes richtet sich im Ausland nach den örtlichen Lebenshaltungskosten. FSJ-Teilnehmer sind komplett sozialversichert. Für die Krankenversicherung ist es notwendig, dass der Teilnehmer selbst Mitglied der Krankenkasse ist. Falls vorher eine Familienversicherung bestand, ruht diese für diesen Zeitraum und kann bei Bedarf später wieder aufgenommen werden.

Unterstützerkreis für das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland

Damit die Bewerbung für das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland auch berücksichtigt werden kann, wird oft vom Teilnehmer die Bildung eines Unterstützerkreises zur Finanzierung gefordert. Das ist notwendig, da der Träger für Kosten, wie zum Beispiel für Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und Versicherungsbeiträge, keine Zuschüsse vom Bund bekommt und mit den sozialen Projekten im Ausland kein Geld verdient wird und dort in der Regel auch keine staatlichen Zuschüsse fließen. Ein Unterstützerkreis besteht aus mehreren Personen, Vereinen, Institutionen oder Unternehmen, die während der Zeit des Freiwilligen Sozialen Jahres im Ausland regelmäßig einen bestimmten Beitrag zur Finanzierung beisteuern, so dass letztendlich der erforderliche monatliche Betrag zusammenkommt. Wie hoch dieser ist, hängt hauptsächlich vom Einsatzland ab. In Frage für den Unterstützerkreis kommen neben Familienangehörigen und Freunden auch Unternehmen, Stiftungen und Vereine. Als Dank für die Unterstützung kann der FSJ-Teilnehmer zum Beispiel während seines Einsatzes regelmäßig über seine Arbeit berichten.

Aufgabenbereiche im Freiwilligen Sozialen Jahr im Ausland

Der FSJ-Einsatz im Ausland konzentriert sich auf den sozialen Bereich, gegebenenfalls ist auch ein FSJ mit dem Schwerpunkt Sport möglich. Der Teilnehmer wird an einem gemeinnützigen Projekt mitarbeiten. Häufig ist das die Arbeit mit alten, behinderten oder kranken Menschen oder mit Kindern und Jugendlichen. Einsatzstellen sind demzufolge zum Beispiel Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen, Kindergärten, Kinderheime oder Jugendeinrichtungen.

Die Aufgaben, die in diesen Einsatzstellen zu verrichten sind, sind Hilfstätigkeiten. Der Teilnehmer wird ganztägig eingesetzt, zusätzlich zur Arbeit der hauptberuflichen Kräfte. Bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Ausland in Entwicklungsländern handelt es sich mitunter um den Bau von Brunnen, Häusern oder anderen Einrichtungen. Sonst sind die Aufgabenbereiche im Ausland ähnlich denen im Inland. Das bedeutet, in der Altenpflege sind es zum Beispiel die Hilfe beim Anziehen oder Spaziergänge, in der Arbeit mit Behinderten gemeinsame Beschäftigungen, bei der Arbeit mit Kindern das Organisieren von Freizeitangeboten, im Sport die Gestaltung von Trainingsstunden.



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