Freiwilliges Soziales Jahr

Beim Freiwilligen Sozialen handelt es sich um einen Sozialdienst, den junge Menschen für die Gemeinschaft verrichten, der einerseits auf der Freiwilligkeit des Teilnehmenden basiert, andererseits aber eine längere Zeit in Anspruch nehmen sollte. Es kann mindestens sechs Monate, maximal 18 Monate dauern. Seit 2002 kann das Freiwillige Soziale Jahr auf den Wehrdienst als Ersatz angerechnet werden.

Offen steht dies Programm für alle jungen Menschen, die nicht mehr schulpflichtig sind, im Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Die Freiwilligkeit des Programms bewirkt, dass der an diesem Interessierte, sich vorher bereits ausgiebig mit den möglichen Aufgaben auseinandergesetzt hat - im Gegensatz zum Ersatzdienst, der ja trotz Wahl auf der Pflicht beruht. Dadurch wird gewährleistet, dass sich der oder die Interessierte vorher ausgiebig mit dem Thema und ihrer möglichen Arbeitsstätte auseinandergesetzt haben.

Die Orte, an denen das Freiwillige Soziale Jahr begangen werden kann, sind vielfältig. Da das Programm vorsieht, dass Tätigkeiten für die Gemeinschaft ausgeführt werden, sind vor allem karitative Institutionen und Vereine zu nennen. Die Bandbreite geht von Sportvereinen über kulturelle Einrichtungen bis hin zum Dienst in Alten- und Pflegeheimen. Theoretisch ist es möglich, in jedem Verein, der eingetragen ist, das Freiwillige Soziale Jahr durchzuführen. Es gibt zahlreiche Institutionen wie Radio- und TV-Sender, die Mitarbeiter suchen. Auch die Denkmalbehörden der einzelnen Länder nehmen gerne junge Freiwillige auf. Freiwillige Mitarbeiter werden überall gerne gesehen. Allerdings beschränkt sich dieses Programm nur auf gemeinnützige Tätigkeiten - eine Arbeit im kaufmännischen Bereich ist nicht möglich.

Wer sich für das Freiwillige Soziale Jahr interessiert, sollte sich demnach vorher für das Gebiet entscheiden, in dem er oder sie arbeiten will. Wer gut mit Kindern auskommt, kann zum Beispiel in Kindergärten oder Kinderheimen, aber auch entsprechenden Kinder- und Jugendvereinen, anfragen. Wer gerne kulturell arbeitet, sollte es in Kulturvereinen versuchen. Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine Möglichkeit, Verantwortung gegenüber anderen Menschen zu übernehmen und einen Dienst zu leisten, der unserer Gemeinschaft zu Gute kommt. Wem also Arbeiten mit Älteren, Kranken oder Behinderten nicht liegen, der kann sich zum Beispiel für eine Arbeit in einem Sportverein, einem Kulturverein oder ähnlichem entscheiden.

Das Freiwillige Soziale Jahr beginnt normalerweise am 1. August oder 1.September und dauert im Schnitt zwölf Monate. Man sollte sich dementsprechend für die Stelle seiner Wahl vorher frühzeitig bewerben. Im Internet finden sich auf der offiziellen Seite die teilnehmenden Institutionen angegeben. Man kann sich allgemein bewerben (über den Arbeitskreis FSJ) oder aber auch direkt an die Arbeitsstelle wenden. Ersteres ist sinnvoll, wenn man eine Tätigkeit an einem anderen Ort als dem Heimatort verrichten will. Die Bewerbungen werden gesichtet, die Kandidaten dann eingeladen und befragt und auf ihre Eignung geprüft. Wer sich wirklich für das beworbene Gebiet interessiert, sollte problemlos auch in seiner Wunschstelle angenommen werden. Der Träger sorgt für die Versicherung und auch eine entsprechende Vergütung. Die Höhe der Vergütung ist jedoch keineswegs geregelt, sondern wird individuell geregelt. Da angenommen wird, dass viele junge Menschen noch zu Hause wohnen, gleichzeitig auch Anspruch auf Kindergeld haben, handelt es sich um einen Betrag, der umgangssprachlich als "Taschengeld" bezeichnet wird. Man macht also ein Freiwilliges Soziales Jahr nicht aus finanziellen Gründen.

Die Teilnehmer erhalten wertvolle Erfahrung: Soziale Bindungen werden geknüpft. Die Teilnehmer lernen, dass es sich lohnt, sich auch um andere Menschen zu kümmern. Aber auch für das spätere Berufsleben können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Vielleicht schnuppert man ja sogar in einen Bereich hinein, in dem man später auch einmal hauptberuflich arbeiten soll. Hinzu kommen einige Sozialkompetenzen wie Pflege anderer Personen oder auch Gegenstände, Disziplin, Arbeiten in Gruppen, Übernahme von Verantwortung. Wer noch keine Lehrstelle gefunden hat, ja, vielleicht noch nicht einmal weiß, wo er arbeiten will, kann in diesem Programm für ein Jahr in einen Berufsfeld hineinschnuppern und schauen, ob es ihm liegt. Sollte sich während der ersten Wochen herausstellen, dass der Teilnehmer überfordert ist, kann er das Freiwillige Soziale Jahr natürlich verlassen.



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